Wir, die Stabsstelle Bürgerbeteiligung und Bürgerengagement der Stadt Wuppertal, haben eine klare Zielsetzung – die Förderung der Beteiligung von Einwohnerinnen und Einwohner an politischen Entscheidungs- und Willensbildungsprozessen.

Um es mit anderen Worten auszudrücken: die Wuppertalerinnen und Wuppertaler sollen bei städtischen (Bau-)Vorhaben, politischen Fragen und Angelegenheiten, die sie direkt oder indirekt betreffen, ihre Anregungen, Wünsche und Bedenken in die Planung einbringen können. Entscheiden wird dann die Politik, die demokratisch legitimierten Vertreterinnen und Vertreter im Stadtrat oder den Bezirksvertretungen – im Bestfall unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Bürgerbeteiligung.

Die wohl größte Herausforderung von solchen Beteiligungsverfahren ist es, möglichst alle betroffenen Menschen für die Teilnahme an solch partizipativen Prozessen zu erreichen. Unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Alter, Bildungsstand und Einkommen. Die Realität sieht oft anders aus, in unseren eigenen Verfahren können wir beobachten, dass die klassischen Beteiligten in der Regel Akademiker*innen sind, keinen Migrationshintergrund besitzen und sich im mittleren Lebensalter befinden.

Ein möglicher Ansatz, den wir zunehmend verfolgen, ist die Beteiligung in Quartieren, d.h. weniger große, stadtweite Projekte und mehr kleine, lebensnahe Möglichkeiten, sich einzubringen, um Menschen in ihrem direkten Lebensumfeld zu erreichen. Die Beteiligung in den Quartieren bietet nicht nur die Chance, dass sich verhältnismäßig mehr und vor allem andere Menschen als die „üblichen Verdächtigen“ beteiligen, sondern kann darüber hinaus zur Vernetzung der Bewohnerinnen und Bewohner untereinander und damit zu einer langfristigeren Aktivierung führen. Dabei sind die Methoden und Formate von Bürgerbeteiligung durchaus auch auf andere Zusammenhänge wie z.B. in der Vereinsarbeit übertragbar und werden selbstverständlich auch jetzt schon von zivilgesellschaftlichen Initiativen angewandt.

Der im Leitbild der IKK verfasste Anspruch, offen für alle zu sein, entspricht der Erwartung an gute Bürgerbeteiligung.

Mit ihrer zentralen Lage und ihrer Offenheit sowie würdevollen Ausstrahlung, ist die Kreuzkirche im Mirker Quartier der perfekte Ort, um Beteiligungsveranstaltungen durchzuführen. Darüber hinaus entspricht der in dem Leitbild der Initiative Kreuzkirche verfasste Anspruch, offen für alle zu sein, auch der Erwartung an gute Bürgerbeteiligung.

Als von Seiten der Bezirksvertretung Elberfeld die Durchführung eines Beteiligungsverfahrens zur Mobilität in der Neuen Friedrichstraße beschlossen wurde, lag es auf der Hand, die entsprechende Veranstaltung in der Kreuzkirche auszurichten. So kamen am 12. Juli 2018 rund 100 Menschen im Kirchenschiff zusammen, um über ihre Bedürfnisse und Vorstellung zur Verkehrsführung in der Neuen Friedrichstraße zu diskutieren und um der Politik damit eine Entscheidungshilfe – freigegebene Einbahnstraße oder Fahrradstraße – zu geben.

Die Methodik des Perspektivwechsels (die Teilnehmenden mussten sich in andere Betroffenengruppen hineinversetzen) ermöglichte ein gegenseitiges Verständnis für die unterschiedlichen Interessen der Bewohnerinnen und Bewohner des Mirker Quartiers und trug dazu bei, dass alle Betroffenengruppen mitgedacht wurden, auch wenn sie nicht vor Ort vertreten waren.

Sicherlich haben an diesem Abend neben der Methodik auch die Atmosphäre der Kreuzkirche und nicht zuletzt die tatkräftigen Unterstützerinnen und Unterstützer zum Erfolg dieser mit Konfliktpotential behafteten Veranstaltung beigetragen. Wir würden uns freuen, zukünftig weitere Projekte mit den Aktiven rund um die Initiative Kreuzkirche in Angriff zu nehmen.

Ein Gastartikel für die Initiative Kreuzkirche von Clara Utsch von der Stabsstelle Bürgerbeteiligung und Bürgerengagement der Stadt Wuppertal. Vielen Dank!